Sie sind hier

Sonstiges  Alexander Huber Interview


Geschrieben von Jacqueline Hoffmann am 22.02.2018

Die steile Welt der Berge

23.03.2018 - Mehrzweckhalle/Oberdorf

Bergsport-Fans aufgepasst: Am 23. März entführt Extremkletterer Alexander Huber sein Publikum mit einem Multivisionsvortrag in die Welt der Berge. Außerdem wird das Mitglied des Freundeskreises Riedberger Horn Stellung zur geplanten Skischaukel nehmen. In einer rund halbstündigen Gesprächsrunde mit Vertretern des Freundeskreis Riedberger Horn wird auch Alexander Huber seine Ansichten und Überzeugungen deutlich formulieren. Wir haben den Kletterer im Interview über das Bergsteigen, Naturschutz und die Situation am Riedberger Horn befragt.

Welchen Gipfel hast Du als nächstes vor Augen
m Sommer geht's in das Karakorumgebirge. Das kennt man von den Achttausendern wie den Gasherbrums oder dem Chogori, dem als K2 bekannten zweithöchsten Berg der Welt. Wir interessieren uns aber vielmehr für die wilden Kletterberge, die es dort gibt.

Bei welchem Aufstieg hattest du am härtesten zu kämpfen?

Rein physisch war es wohl sicher die 2200 Meter hohe Westwand am Siebentausender Latok II. Da waren wir nonstop zehn Tage unterwegs, das geht dann gut an die Reserven.

Was hat Dich zum Bergsteigen bewegt?

Die Tatsache, dass wir am Fuß der Berge groß geworden sind, dass wir bergbegeisterte Eltern haben und nicht zuletzt: Weil wir Freude am Steigen in den Bergen haben.

Wird es leichter, umso mehr Berge man bestiegen hat?

Nein, das sicher nicht. Bei mir geht es vor allem rein physisch schon sauber den Berg runter. Mit fast 50 hat man nicht mehr das gleiche Schmalz wie vor 20 Jahren.

Hat die Popularität des Bergsteigens auch ihre Schattenseiten?

Sicher geht in manchen Gebirgsregionen ein Stück weit die Ruhe verloren. Wenn man auf der Suche nach dem Alleinsein ist, dann findet man auch heute noch diesen Ort der Ruhe. Wichtig dabei ist, dass man die Natur genauso respektiert wie das eigene Interesse.

Wenn ich mit dem Bergsteigen anfangen möchte, was muss ich beachten?

Am besten ist's, man macht sich mit Leuten auf den Weg, die eine Ahnung haben. So lernt sich das sichere Steigen am Berg immer noch am besten.

Was hast du beim Aufstieg auf jeden Fall immer dabei?

Die Begeisterung als treibende Kraft!

Kann wirklich jeder mit genug Training einen Achttausender besteigen?

Ein Achttausender auf einem Normalweg ist tatsächlich etwas, was nicht utopisch ist. Trotzdem bringen diese Berge jeden Menschen durch den niedrigen Luftdruck an die physischen Grenzen und daher sind diese Berge immer gefährlich. Und gerade wegen der oft geringen technischen Anforderungen sind viele verleitet, es ohne große eigene Kompetenz zu versuchen. Solche technisch nicht allzu schwierigen, aber prestigeträchtige Gipfel – wie im übrigen auch ein Montblanc, ein Matterhorn oder ein Watzmann – fordern daher übermäßig viele Opfer.

Du bist Mitglied des Freundeskreises Riedberger Horn. Was hat Dich dazu bewegt?

Mir geht es grundsätzlich um den Erhalt des Alpenplanes. Der Alpenplan wurde zum Schutz der Natur des Alpenraumes ausgehandelt und entwickelt. Jedwede Abänderung würde den gesamten Plan wieder zur Disposition stellen. Deswegen ist der Alpenplan nicht verhandelbar!

Wie kann es sein, dass der Alpenplan, der seit 40 Jahren besteht, übergangen werden könnte?

Er wird nicht übergangen werden und wird auch weiter Bestand haben!

Gibt es etwas, dass der Einzelne tun kann, um die Allgäuer Berge zu erhalten?

Im Einzelnen kann jeder einfach Respekt der Natur gegenüber zeigen. Jeder, der sich in der Natur der Berge bewegt, sollte sich dafür interessieren und sich das Wissen darüber aneignen, wie man sich respektvoll in der Natur bewegt. Ganz konkret sollte sich jeder Gedanken machen, was er dafür tun kann, dass der Alpenplan weiter Bestand hat. Man darf die Politik nicht dafür verteufeln, dass eine Abänderung des Alpenplanes bereits beschlossen wurde, aber wir müssen gegenüber der Politik intensiv Aufklärung betreiben, dass dieser Schritt als Fehlentwicklung erkannt und wieder zurückgenommen wird. Dafür brauchen wir jede Stimme aus den Kreis derer, die die Berge lieben.

Interview: Jacqueline Hoffmann