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Sonstiges  Karriere ohne Studium: Der unterschätzte Bildungsweg


Geschrieben von Vinzent Zörlaut am 25.01.2018

Karriere ohne Studium: Ein unterschätzter Weg

Die Zahl der Immatrikulationen an deutschen Hochschulen steigt weiter. Aber warum entscheiden sich immer mehr junge Menschen für ein Studium? In den Schulen und der Medienlandschaft wir häufig das Bild vermittelt, dass ausschließlich ein akademischer Abschluss Grundlage für Wohlstand und persönliche Entfaltung ist. Und so schreiben sich viele junge Menschen an Hochschulen ein, die für andere – praxisorientierte – Bildungswege besser geeignet wären. Gesellschaftlicher Druck oder Vorurteile sind schlechte Ratgeber.

Der höhere Bildungsweg – also die Aufstiegsfortbildung etwa zum Meister oder Fachwirt – ist eine zentrale Säule einer praxisorientierten beruflichen Weiterbildung und bietet den Absolventen gute berufliche Perspektiven. Mehr als 70 Abschlüsse der höheren Berufsbildung ermöglichen vielseitige Aufgaben in den Tätigkeitsfeldern kaufmännisch, industriell-technisch, IT und Medien. 2016 haben etwa 62.400 Personen eine Prüfung der IHK-Aufstiegsfortbildung absolviert.

Weiterbildung zahlt sich aus

Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages bei 10.898 Absolventen einer Aufstiegsfortbildung, gibt Aufschluss über die Motive und verdeutlicht verschiedene Karrierewege, die möglich sind. Jeder Arbeitnehmer kann lediglich dazu ermutigt werden, in Weiterbildung zu investieren. Der Aufwand zahlt sich aus – unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft. Wer am Ball bleibt, hat bessere Chancen nach oben zu klettern.

Durchhalten und Engagement lohnen sich: Für 63 % der Befragten hatte die Höhere Berufsbildung positive Effekte auf ihre berufliche Karriere. Mehr als Dreiviertel derer, die einen entsprechenden Erfolg vermelden, geben an, aufgestiegen zu sein oder einen größeren Verantwortungsbereich zu haben. 74 % derjenigen, die von positiven Effekten der Weiterbildung sprechen, haben sich finanziell verbessert – und das nicht zu knapp: Annähernd 30 % derjenigen, für die sich die Weiterbildung in Euro und Cent auszahlt, berichten von Einkommenszuwächsen in Höhe von monatlich 750,- € und mehr. Über 50 % haben nach der Weiterbildung mindestens 450,- € pro Monat zusätzlich in der Tasche.

Erwartungsgemäß berichten jüngere Absolventen häufiger von einem beruflichen Aufstieg als ältere, die meist ohnehin schon oben auf der Karriereleiter stehen. Gerade angesichts der positiven Effekte auf das eigene berufliche Vorankommen ist die Zufriedenheit der Teilnehmer hoch: 75 % der Befragten würden sich für das gleiche Weiterbildungsziel wieder entscheiden. Lebensbegleitendes Lernen ist selbstverständlich und wird als Investition für die eigene Karriere eingeplant. 68 % der Teilnehmer streben zukünftig weitere Qualifizierungen an.

Finanzielle Förderung durch günstige Darlehen und Meister-Bonus

Die Politik hat für die Höhere Berufsbildung eine vergleichbar attraktive Förderung geschaffen. Die Teilnehmer der beruflichen Weiterbildung erhalten AufstiegsBAföG, einkommens- und vermögensunabhängig. Das sind 40 % Zuschuss auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und mit dem Bestehen der Prüfung weitere 40 % Erlass des Restdarlehens. Weitere 1.500 € sind ab 1. Januar 2018 aus dem Meister-Bonus des Freistaates Bayern zu erhalten, so dass im besten Fall nur noch ein sehr geringer Eigenbeitrag von den Meisterschülern zu leisten ist.