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Sonstiges  Hans Klok in der bigBOX Kempten


Geschrieben von Jacqueline Hoffmann am 19.01.2018
Bild: Hans Klok ©Andy Doomhein

Hans Klok

05.04.2018 - bigBOX/Kempten

Am 05. April kommt der schnellste Illusionist der Welt in die bigBOX: Hans Klok. Im Rahmen seiner "House of Mystery"-Tour, der eine zweijährige Planungsphase voranging, agiert er selbst als Protagonist einer atemberaubenden Show voller mystischer Elemente, verblüffenden Illusionen und faszinierenden Effekten. Im Interview erzählt er von der Vorbereitung seiner Tour, den Menschen, die von ihm abkupfern und seinem Erfolg.

Herr Klok. Sie bezeichenen sich selbst als magischen Entertainer. Was kann man sich darunter vorstellen?

Es gibt so viele Bezeichnungen in unserem Genre. Mentalist, Zauberer, Magier, Illusionist. Da ich nicht nur die großen Illusionen mache, sondern auch "kleinere", wie zum Beispiel Gedanken lesen. Dabei nehme ich das Publikum mit auf meine Reise durch die Magie, lasse es ständig teilhaben und bringe dadurch eine ganz andere Art der Magie rüber. Wie ein magischer Entertainer eben.

Braucht man für Ihren "Beruf" ein besonderes Talent?

Das größte Talent, das man mitbringen muss, ist Durchsetzungsvermögen. Es ist nicht einfach, denn man muss üben – viel üben. Wie bei einem Sänger, der merkt, dass er eine klasse Stimme hat. Und dann geht man weiter und weiter. In der Magie braucht man dieses Durchsetzungsvermögen, um sich immer wieder selbst anzutreiben – kein Trick kommt von alleine und funktioniert sofort. Wer eine gute Auffassungsgabe hat, hat hier große Vorteile. Du musst jeden Tag trainieren, oft sechs Sunden lang. Immer vor dem Spiegel. Wie ein Schauspieler, dass man das glaubt. Dabei gut reden, sich gut bewegen. Ich habe auch schon Tanzunterricht genommen, damit die Bewegungen fließender sind. Es sind viele kleine Talente zusammen, die dann ein ganzes ausmachen. Das Wichtigste ist jedoch die Disziplin, um jeden Tag zu trainieren.

Die ganzen Tricks und Illusionen müssen ja, wie Sie sagen, trainiert werden. Wie oft oder wieviel trainieren Sie?

Jeden Tag. Das heißt aber nicht, dass ich jeden Tag sechs Stunden trainiere. Nein, es gibt Tage, da ist es nur eine Stunde, dann kann es aber sein, dass ich wieder 7-8 Stunden trainiere. Ich mache ja auch das Marketing, kümmere mich mit um die Bühne, mache die Musik selbst, treibe auch Sport, weil man für die Magie auch körperlich fit sein muss. "It's the Way of Living 24/7".

Die aktuelle Show "House of Mystery", die Sie auch in der bigBOX in Kempten zeigen, bedeutet doch für so einen großen Zeitraum eine immense Vorbereitung, Aufwand und Kosten.

Ja, das ist immens. So etwas kann man nicht allein auf die Beine stellen. Dazu braucht es kompetente Partner wie zum Beispiel „Stardust Production“. Da bei der Show etwa 50 Personen mit auf Tour sind, muss sich auch um Kleidung, Übernachtung und Verpflegung gekümmert werden. Die Vorbereitung für diese Tournee lag bei zwei Jahren. Ich war mit der Houdini-Show unterwegs und sah im Tourbus die Serie „American Horror Story“ mit Jessica Lange. Von dieser Serie war ich so fasziniert, es war so verrückt, dass ich beschlossen habe, etwas mit diesem Genre „Horror“ zu machen, weil ich ja eigentlich schon mein ganzes Leben teilweise gefährliche Sachen mache. Man darf den Begriff „Horror“ aber nicht negativ sehen, schließlich können meine Show auch Kinder ansehen. Es ist eine Familienshow.

Werden Ihre Tricks manchmal gestohlen oder versucht zu kopieren?

Anfangs, als ich jung war, habe ich mich schon auch bei anderen Magiern „bedient“. Mittlerweile ist es so, dass die Tricks von mir gestohlen werden. Mit etwa 28 oder 29 Jahren wurde mir plötzlich bewusst, dass ich etwas eigenes auf die Beine stellen muss, um den Menschen im Gedächtnis zu bleiben. Inzwischen bin ich wirklich der am meisten kopierte Magier der Welt. Ich sehe bei YouTube so viele Videos von Leuten mit Windmaschinen und längeren Haaren (lacht). Ich habe in Dubai einen Magier gesehen, der meine, nur für mich komponierte, Musik bei einer meiner Shows mit dem Handy aufgenommen hat. Das lässt er dann bei seinem Auftritt abspielen. Natürlich habe ich sogar meine eigene Stimme gehört. Und damit tritt er in Dubai auf. Aber ich sehe es eher als Kompliment.

Was glauben Sie, macht Ihren großen Erfolg aus? 

Ich weiß es nicht. Es gibt weltweit nicht so viele Magier, die ständig unterwegs sind. Es gibt natürlich einige, die bei Galas und Events auftreten. Aber diejenigen, die mit Musicals oder Rockkonzerten konkurrieren können und mit einer großen Produktion im Hintergrund unterwegs sind, sind sehr wenige. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass Magier ein richtiger Beruf ist und man das nicht nebenbei machen kann. Wenn man über das Publikum schwebt, dass es aussieht, als ob man wirklich fliegen könne, dann ist es Magie. Und genau das wollen die Mensche: Mit offenen Augen träumen. Einfach Ablenkung von den ganzen Problemen dieser Welt. Aber vielleicht bin ich einfach nur der Beste – kann auch sein (lacht).

Viele Zuschauer sagen sich, Ihre Magie grenzt an ein Wunder. Glauben Sie selbst an Wunder?

Es gibt viele Sachen, die ich nicht verstehe. Wo bleiben wir zum Beispiel nach dem Tod? Man muss einfach an Wunder glauben. Wenn ein Schauspieler spielt, dass er stirbt, dann glaubt er auch, dass er stirbt. So ist es auch bei mir. Wenn ich auf der Bühne schwebe, dann glaube ich auch daran, dass ich fliegen kann. Natürlich weiß ich, dass ich Sachen mache, die niemand weiß und versteht. Man muss alles selbst glauben, sonst kann man das nicht zu 100 % rüberbringen.