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Winter  Schneepisser, Liftsmoker, Off-The-Road-Heinis...


Geschrieben von Vinzent Zörlaut am 04.02.2016

Schneepisser, Liftsmoker, Off-The-Road-Heinis...

Wer kennt sie nicht?

Mit dem ersten Schnee kommen auch wieder die wilden „Schneepisser“ zum Vorschein. „Sie stellen eine erhebliche Problematik für unserer Natur dar ...“, weiß Bergführer Eddi aus Sonthofen. Nicht nur, dass auf der Suche nach dem stillen Örtchen neue Jungtriebe umgeknickt  werden, auch das achtlose Wegwerfen von Taschentüchern schadet der Umwelt beträchtlich.

Noch weiter verbreitet im Wintersport sind allerdings die „Liftsmoker“. Bei Mast 1 wird die Zigarette angezündet und ab Mast 6 findet man die Kippen, die mal eben aus der Gondel oder vom Schlepplift aus entsorgt wurden. „Weggeworfen ist`s schnell, aber daliegen tut`s lang ...“, so das Zitat einer Schülerin beim Clean-up-day auf Zermatts Skipisten. Dabei verunreinigt ein Zigarettenstummel 40 l und mehr Grundwasser.

Besonders cool fühlen sich die „Off-the road-Heinis“, die durch ihr Verhalten, abseits der Piste zu fahren, in die Lebensräume der Wildtiere eindringen und sie somit zur Flucht in ruhigere Gebiete zwingen. Dass die Tiere dabei wertvolle Energiereserven verlieren und es sogar zum Erschöpfungstod kommen kann, ist den „Off-the-road-Heinis“ entweder egal oder nicht bewusst.

Und dann gibt es noch die „Après-Ski-Litterer“ Kaum ein paar über den Durst gesoffen, liegen sie schlafend im Bus Richtung Heimat. Den Helm? Irgendwo vergessen. Die Boots? Könnten in der Bar liegen ... Teilweise werden ganze Skimonturen liegen gelassen und aus Ignoranz oder Faulheit „günstig“ vor Ort entsorgt.

 

Segen und Fluch für die Region:
Schneekanonen trocknen die Alpen aus

Gerade in tiefer gelegenen Skigebieten fällt nicht immer genug Schnee, um während der gesamten Saison befahrbare Pisten anzubieten. Daher werden die Pisten immer häufiger künstlich beschneit. „Fachleute rechnen damit, dass sich der Schneemangel durch den Klimawandel noch verstärken wird und in Zukunft mehr und mehr Skigebiete auf Schneekanonen angewiesen sind“, sagt Martina von Münchhausen vom WWF. Doch Schneekanonen verbrauchen viel Wasser und Energie. Für ihren Betrieb müssen in Reichweite der Pisten eigens Speicherseen angelegt werden. Pro Hektar wird bei der künstlichen Beschneiung jährlich etwa eine Million Liter Wasser verbraucht. Das entspricht dem Bedarf einer Großstadt wie Hamburg. In den Alpen führen einige Flüsse schon bis zu 70 Prozent weniger Wasser als vor Einführung der Schneekanonen.

Künstlicher Schnee – dicht und laut

Kunstschnee ist außerdem dichter als natürlicher Schnee. So gelangt weniger Sauerstoff in die Erde – ein Problem für die gesamte Vegetation unter der Schneedecke. Außerdem verursachen Schneekanonen ähnlich großen Lärm wie eine stark befahrene Straße. Da sie meist in den Abendstunden eingesetzt werden, stören sie Wildtiere in ihren Ruhephasen.

The Schneehaserl don‘t like Müll in ihrem Wohnzimmer!

Umweltvträglichen Skitourismus gibt es nicht und wird es vermutlich auch nicht sobald geben. Aber wenn wir uns alle ein paar selbsterklärende Verhaltensregeln aneignen, kommt das der Natur und damit auch uns selbst zugute. Vielleicht brauchen einige von uns etwas pädagogische Betreuung. Dann scheut Euch nicht, denjenigen ein paar gutgemeinte Tipps auf den Weg mitzugeben. Zum Beispiel, wenn Bierflaschen und sonstiger Müll entsorgt wird, wo es nur den Pflanzen und Tieren überlassen ist, sich darum zu kümmern.

An alle SCHNEEPISSER, LIFTQUARZER, OFF-THE ROAD-HEINIS & APRÈS-SKI-LITTERER:
Hinterlasst in diesem Winterwonderland keinen Abfall, sondern nur Spuren!

Cooler Move:
- Einen Taschenaschenbecher dabei haben
- Fahrgemeinschaften bilden oder mit der Bahn fahren
- Mülltüte im Gepäck und Abfalleimer benutzen
- Nachhaltiger Ski-Tourismus
- Auf der Piste fahren
- Nature Powder

Schwacher Move:
- Kippen in die Natur werfen
- Allein mit dem Auto zum Skifahren und Boarden fahren
- Müll aus dem Lift auf die Piste oder in die Natur werfen
- Massentourismus in den Alpen
- Neben der Piste fahren und den Wald zerstören
- Kunstschnee