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Konzerte  Interview: The Movement


Geschrieben von Felix Schleinkofer am 18.01.2018

The Movement

02.02.2017 - mySkylounge/Kempten

Am 2. Februar gibt’s mit der dänischen Hard-Mod Band „The Movement“ krachenden Punk mit Message in der mySkylounge.
Wir haben uns mit Sänger und Gitarrist Lukas Scherfig über Anekdoten aus der Bandgeschichte, deutsches Bier und Politikinteresse unterhalten und mal nachgefragt, was es mit dem schicken Bühnenoutfit der Band auf sich hat. 

The Movement existiert seit 2002. Wie waren Eure ersten Schritte als Band?

Wir sind eine Hard-Mod Band, aber da die Mod-Szene in Dänemark nicht allzu groß war, haben wir vermehrt in der Punkszene gespielt.

Erzählt uns ein bisschen von Euren Erfahrungen bei den ersten Konzerten.

Wir hatten anfangs viele Konzerte in Kopenhagen, aber mit der Zeit war es schwierig, woanders aufzutreten. Dänemark ist ein echt kleines Land, also haben wir uns auch Auftritte in Deutschland besorgt und das lief wirklich gut! Nach den ersten kleineren Wochenend-Touren in Deutschland und einem Auftritt in Berlin konnten wir einen Deal mit einem Aufnahmestudio und einer Agentur ergattern. Und so ging’s dann weiter. Seither haben wir bloß ein paar Mal wieder in Kopenhagen gespielt.

An welche Momente erinnerst Du Dich besonders gern? Oder gibt es vielleicht eine witzige Anekdote, die Du zum Besten geben kannst?

Wir hatten viele tolle Momente! Ich persönlich erinnere mich besonders gerne an Auftritte, bei denen wir für einen bestimmten Zweck oder für Organisationen gespielt haben, z.B. einem Konzert zum ersten Mai oder einer Aktion gegen Faschismus oder ähnliches. Also Auftritte, bei denen sich die Musik mit einer Message verbinden lässt, die das Leben der Leute widerspiegelt. 

Mir scheint, man kann Euren Bandnamen unterschiedlich interpretieren. Was war die Idee dahinter?

The Movement, Leute bewegen, sie zusammenbringen. Wir machen ganz normale Shows in Clubs, aber genauso Shows für Leute, die etwas bewegen! Das kann eine antifaschistische Aktion in Serbien sein oder bei der Unterstützung für die Leute aus dem Baskenland. Wir spielen in vielen Locations und Jugendtreffs in Deutschland und ähnlichem. The Movement ist eine Bewegung und bewegen zu Musik. Eine Menge Power!

An was erinnerst Du Dich, wenn Du an Eure erste Tour in Deutschland denkst? Habt Ihr Euch ein bisschen deutsches Bier gegönnt?

Oh ja, das mag ich an Deutschland! Bei so vielen heimischen Biersorten fühlt man sich wie im Himmel! In Dänemark sind es meistens bloß Tuborg und Carlsberg. Ziemlich langweilig…

Ihr sagt, dass Eure Musik durch Bands wie The Clash und The Who beeinflusst ist. Was fasziniert Euch an ihrer Musik?

Naja, es ist vor allem die Frühphase von The Who. Die Energie und die Anit-Establishment-Einstellung. Und natürlich die großartigen Songs!

Junge Leute zu kritischem Nachdenken und zur Beteiligung an politischen Diskussionen zu ermutigen ist Euch wichtig. Warum?

Ich will, dass die Jugend rebelliert! Ich halte es nicht für sinnvoll, Dinge aufzusparen und alles so zu belassen, wie es immer schon gewesen ist. Unsere Zeit auf dieser Erde ist zu kurz, um sich von Werten und Normen anderer unterjochen zu lassen. Es gibt so viele Möglichkeiten, diese Welt zu einem schönen Ort für alle Menschen zu machen, nicht bloß für einige wenige! 

Auf der Bühne seht Ihr immer sehr elegant aus. Warum die Anzüge? 

Weil wir eine Mod-Band sind! Wir pflegen den alten Slogan „Clean Living Under Difficult Circumstances“. Gut auszusehen ist wichtig!

Ist das nicht ein bisschen unbequem?

Ja, total! Vor allem ist echt warm. Da darf man nicht zimperlich sein! 

Wie sieht denn ein typischer The Movement Fan aus? Auch ein Anzugträger?

Das kommt ganz darauf an. Wenn wir in Spanien und Italien spielen, gibt’s da immer eine Menge Leute in Anzügen auf Rollern. Aber wir sind eine Bewegung. Wir spielen für die Leute, egal ob sie eine Glatze oder einen Iro haben, für Punks, politisch Engagierte, alte Musikfreaks… Ich erwarte nicht, dass das Publikum aussieht wie wir!

Welche Musik hörst Du, wenn Du zu Hause bist?

Vor allem nordischen Soul, Motown, Zeug aus den 60ern. Aber natürlich auch viel Punk und Power-Pop aus den späten 70ern.

Mit welchen Musikern hättest Du mal gerne zusammengearbeitet? 

Ich weiß nicht. Ich mag Otis Redding, vor allem seine Show auf dem Monterey Festival! Er scheint ein wirklich netter sympathischer Kerl gewesen zu sein. Außerdem hätte es ziemlich cool sein können, Paul Robeson kennen zu lernen.

Wir freuen uns schon auf Euer Konzert im Februar in Kempten. Was wird uns da erwarten?

Yeah, das wird super! Eine Menge Energie, eine Menge Power, betrunken sein und Party machen. Wir freuen uns auf Euch, bis bald!