Sie sind hier

Konzerte  Kontra K im OberschwabenKlub Ravensburg


Geschrieben von Felix Schleinkofer am 20.10.2017
Bild: Kontra K

„Dieses K gehört einfach dazu, das ist wie ein zweiter Vorname.“

Kontra K

03.12.2017 - OberschwabenKlub/Ravensburg 

Kontra K arbeitet nach dem Motto: „Du kannst alles schaffen!“ und mit dieser Einstellung wird er am 3. Dezember im OberschwabenKlub in Ravensburg die Hütte erschüttern und sein neues Album voller Energie präsentieren. Seine Fans können sich natürlich auf Kontra-K-Klassiker wie „Gift“, „Diamanten“, „Ratten“, „Lass mal“ und den Titelsong zum neuen Album „Gute Nacht“ freuen.

Wir haben mit dem Rapper telefoniert und ihn als sympathischen, entspannten Gesprächspartner erlebt, der sich während des Interviews auch nicht von seinen Hunden aus dem Konzept bringen ließ, die gerade seine Wohnung auf den Kopf stellten. Wir haben ihn zum Hintergrund seines Künstlernamens und dem Schaffensprozess beim Texte schreiben befragt, wollten wissen, wieso er eine Sibirische Tigerdame den Namen Elsa gegeben hat. Elsas Mutter, ein sibirischer Tiger aus einem Zirkus, hatte das Baby nicht angenommen. Eine Tierarztpraxis in Sassnitz auf Rügen päppelte das Tigerjunge daraufhin zunächst auf. Kontra K hat die Patenschaft für die Raubkatze übernommen und beteiligte sich unter anderem beim Bau des eigenen Außengeheges in Dassow.

Wofür steht das K?

Ich hab früher – was schon sehr lange her ist – als mir der Name gegeben wurde, noch Wände und Züge verschönert und hab da ein Pseudonym gemalt, das mit K begann. Ich dachte, weil ich diesen Street-Style habe, wie man das so schön nennt, müsste man das mitnehmen, was eigentlich totaler Schwachsinn war. Dieses K, das gehört einfach dazu, das ist wie ein zweiter Vorname. Es hat eine Bedeutung, aber dieses Wort will ich in der Zeitung lieber nicht sagen. (lacht) Ich hab’s noch nie gesagt und werde es auch nicht sagen. Es bleibt ein Geheimnis, aber so exklusiv ist es gar nicht. (lacht)

Welcher Song vom neuen Album repräsentiert Dich als Künstler im Moment am besten?

Ich bin das ganze Album. Jeder Song ist eine Facette. Wenn man die Tagesform von heute nimmt, würde ich sagen „Lass mal“ – ansonsten ist es das ganze Album. In jedem Album ist halt 100 % von mir als Mensch drin, deswegen ist es auch immer schwer zu sagen, welcher einzelne Song.

Wie bereitest Du dich auf die Tour vor? Was ist das Wichtigste dabei?

Momentan bereiten wir uns noch gar nicht vor. Vorgestern haben wir wieder das erste Konzert gespielt, im ZDF Bauhaus – ein kleinerer Gig, der gefilmt wurde. Jetzt fangen wir an mit den Proben, also wir müssen noch bisschen was aufräumen, sagen wir mal so. Wir beginnen erst gerade mit der Vorbereitung, aber dann wirklich exzessiv. Da sind wir viel im Proberaum, checken das Bühnenbild aus und so weiter. Und auf jeden Fall  noch in den Urlaub fahren, das ist ganz, ganz wichtig vor einer Tour, um sich zu erholen bevor es los geht. Das ist eigentlich schon das Wichtigste.

"Der Tourbus frisst Seelen."

Was genießt Du am meisten bei Deinen Auftritten und was läuft nicht so gut bei dir?

Es läuft alles gut. Ich liebe Live-Auftritte. Das ist schon direktes Feedback. Es gibt natürlich immer so kleine Auftritte – wie letztens, wenn dann das Fernsehen da ist, das war schon mal was anderes. War trotzdem cool, aber ein bisschen verklemmter. Konzerte sind immer Bombe, wenn wir geprobt haben. Das einzige was nervt ist die Aufregung, die man hat. Jeder ist aufgeregt vor seinen Shows, dann trinkt man zwei Gläser Bier und dann wird aber auch abgerissen. Es gibt jetzt nichts Negatives außer dem Tourbus. Der Tourbus ist einfach scheiße, der frisst Seelen. Der sieht schön aus, aber mehr ist es auch nicht. Du hast so kleine Schlafkojen, nur klimatisierte Luft, kein offenes Fenster, kein richtiges Tageslicht, weil alles abgedunkelt ist. Du schläfst nicht so gut. Vor allem die ersten Tage fast gar nicht, weil der Bus sich die ganze Zeit bewegt und ruckelt, die harten Matratzen – also er sieht besser aus, als er eigentlich ist. Aber auch da gewöhnt man sich dran – mit genügend Schlaftabletten, Baldrian und Ohrstöpseln.

Welche Länder würdest Du noch gerne in Deine Tour mit einbauen oder wo würdest Du gerne mal hinreisen?

Urlaub, Verreisen und Tour sind ganz verschiedene Sachen. Ich würd gerne mal auf die Bahamas oder nach Hawaii reisen, mal auf irgendwelche tropischen Inseln mit richtig schönem, hellblauen Wasser und weißem Sandstrand. Das kommt aber auch noch. Touren würde ich gerne mal in den USA, das wär bestimmt intressant. Ich mag große Konzerte, je größer desto besser, da macht es Spaß zu spielen. Vor 100 Leuten hab ich keinen Bock zu spielen. Ich glaub USA wär schon krass.

Du hast eine Patenschaft für ein Sibirisches Tigerweibchen namens Elsa übernommen.

Richtig.

Wieso Elsa?

Den Namen hab nicht ich ihr gegeben, sondern die Tierarzthelferin, die sie gefunden und auch mit nach Hause genommen hat. Damals. Ich weiß auch gar nicht aus welchem Zusammenhang. Ich glaub eine Eisprinzessin namens „Elsa“ war damals groß in einem Disney-Film und daher stammt wohl der Name.

Wann hast du das letzte mal den Stift in die Hand genommen und Texte geschreiben ?

Letzte Woche glaub ich. Ich bin grad am neuen Album dran und bin auch schon relativ weit. Ich schreib eigentlich fast jeden Tag, immer ein bisschen.

Kannst Du schon ein bisschen was verraten?

(lacht) Joah, was soll ich sagen? Klingt immer so blöd sich selbst zu bewerben. Es wird auf jeden Fall ein gutes Album. Ich bin froh, es ist wieder ein Stück musikalischer als das Letzte und ich freu mich, wenn ich weiter im Studio bin. Ich feier die neuen Songs, aber das ist natürlich immer so. Es sind immer die neuen Sachen, die man selbst am meisten feiert.

Gibt es Künstler und Rapper mit denen du mal zusammenarbeiten würdest?

Die Amis halten immer sehr viel von sich selbst. Ich hab viele von denen schon kennengelernt und ich mag große Egos nicht. Ein gesundes Ego ist ok, aber ein zu großes Ego ist auf jeden Fall bei mir immer sehr schlecht. Dann mag ich jemanden ganz schnell nicht. Post Malone find ich grad sehr stark, mit dem würd ich definitv gerne mal zusammenarbeiten. Die ganzen alten Legenden sind leider alt und die meisten Newcomer mit ihren pinken Haaren kann ich leider nicht ernst nehmen.

Wer sind denn Legenden für Dich?

Wu-Tang Clan und Nas zum Beispiel, aber das sind alles alte Opas, die auch nicht mehr wirklich viel verkaufen. Kumpels von mir, die 187 Straßenbande, waren mit Wu-Tang Clan zusammen auf Tour als Vorband. Und was die Amis da geliefert haben, war eben auch sehr schwach. Ansonsten, was Ami-Rap betrifft ist das nicht grad so der Hype für mich außer Post Malone.

Was hörst du, wenn Du kein Ami-Rap hörst?

Ich kann alles hören. Ich kann Johnny Cash hören, ist eigentlich egal, es muss einfach nur meinen Nerv treffen. Viel französische Musik hör ich, wobei mir dieser Trap langsam auf den Sack geht. Aber wie gesagt, ich hör alles querbeet. Ich hör alte Ami-Sachen, neue Ami-Sachen, französische Songs, es kann aber auch Metallica sein.

Hast du Tattoos die Du bereust?

Ich hab sicherlich nicht so schöne Tattoos an manchen Stellen, aber keins, das ich bereue. Ich hab ja alle aus irgendeinem Grund gemacht. Ich bereue keins, aber es gibt welche, die man hätte schöner machen können.

Entweder Rapper, Industriekletterer oder Untergrundboss in Uganda

Wie bist Du zur Musik gekommen? Wie fing das Ganze an?

Ich wollte irgendwie ein krasser, kleiner Typ sein (lacht). Ein kleiner Gangstarapper – dann hab ich angefangen zu rappen. Ich hab es nicht mehr gelassen und irgendwann wurde aus dem Hobby ein Nebenverdienst und aus dem Nebenverdienst wurde mein Hauptberuf. Ich war wie jeder andere kleine 16-Jährige, der angefängt Texte zu schreiben und zu rappen. Mit ein bisschen mehr Ambition vielleicht.

Wenn Du Deine Rapkarriere plötzlich aufgeben müsstest, wie würdest Du Dir Deinen Lebensunterhalt verdienen?

(lacht) Oh, das ist jetzt echt schwer. Weiß nicht. Dann geh ich nach Uganda, Untergrundboss werden oder so. Keine Ahnung, ich glaube ich würde Industrieklettern weiter machen. Da oben nervt keiner, da ist es cool. Also, Industriekletterer oder Untergrundboss. Eins von beiden.

Noch ein paar Shoutouts an die Allgäuer Fans?

Auf jeden Fall! Ich bin sehr überrascht, dass es in Ravensburg überhaupt Leute gibt, die kommen, um mich zu sehen und dann auch noch so viele. Das ist nicht normal, selbst für mich nicht. Wir haben vor zwei Jahren noch vor 100 Leuten gespielt und jetzt spielen wir tatsächlich irgendwo im Süden vor 2000 Leuten. Das ist eine große Ehre und ich bin sehr dankbar. Ich freue mich wirklich sehr dorthin zu kommen und das erste Mal dort zu spielen.

New York, Rio, Rosenheim...

Gib eine Stadt bzw. einen Ort ein, um entsprechende Artikel danach zu filtern: