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Konzerte  Far Behind The Sun im Künstlerhaus Kempten


Geschrieben von Jacqueline Hoffmann am 16.10.2017
Bild: Far Behind The Sun

Far Behind The Sun

Endlich Nachschub: Far Behind The Sun kündigen ihr zweites Studioalbum an, das am 17. November seinen Release feiert – im Künstlerhaus Kempten. Eingeladen sind alle Freunde, Fans, Postrock-Liebhaber und Musik-Neuentdecker, die auf Sound ohne Gesang stehen. Wir haben Sebastian zum Interview getroffen und ihn über seine Lieblingsfarbe, Songwriting und Merchandise ausgequetscht, aber lest selbst:

Für alle, die Dich und Eure Musik nicht kennen: Wer bist Du, was machst Du und was ist Deine Lieblingsfarbe?

Ich bin der Sebastian, ich spiele Schlagzeug bei Far Behind The Sun, komme aus Kempten und meine Lieblingsfarbe ist Rot.

Warum Rot?

Keine Ahnung. Ich war früher FC Bayern-Fan und da ist Rot mit im Logo drin. Und eigentlich auch blau, weil Bayern hat ja die Farben Blau und Weiß. Also dann sind Rot und Blau meine Lieblingsfarben.

Das letzte Feature mit Euch gab's in der LIVE IN-Ausgabe vom November 2015. Was ist seitdem passiert?

2015, da haben wir gerade das erste Album herausgebracht – von da an haben wir das zweite Album produziert. Wir waren Ende Juli im Studio in Nürnberg und haben für zwei Wochen Aufnahmen für die neue Platte gemacht. Seit unserem letzten Interview ist also viel passiert: Wir haben viele Songs geschrieben, viele Konzerte gespielt und an einem zweiten Musikvideo gearbeitet, dass höchstwahrscheinlich vor Veröffentlichung der neuen Platte erscheinen soll.

Für alle, die nicht so viel mit dem Genre am Hut haben: Wie würdest Du Postrock beschreiben?

Postrock oder Shoegazing, wie man es auch nennt, ist eine instrumentale Musikrichtung ohne Gesang, bei der viel mit Gitarreneffekten oder generellen Soundeffekten gearbeitet wird. Schwere und treibende Riffs treffen auf ruhige Passagen, die träumerisch sind und von einem Break, der wieder total abgeht, abgelöst werden. Die Intention ist es, den Zuhörer in eine andere Welt zu führen. Bei Songs mit Gesang bekommt man immer etwas aufgedrückt: Entweder man mag den Text und die Stimmfarbe oder halt nicht. Bei Postrock kann man einfach die Augen schließen und sich vorstellen, was man dabei empfindet.

Habt Ihr Euch von Anfang für Postrock entschieden?

Das ist aus der Historie entstanden: Wir haben davor alle schon in Bands gespielt, bei denen es Gesang gab und es fühlte sich an, als wäre man in einer Nische, aus der man nicht heraus kommt. Man muss sich musikalisch immer an den Gesang anpassen: Was kann der Sänger oder die Sängerin in Sachen Tonlage und ist an diese Ebene gebunden. Wir haben uns dann einfach getroffen, zusammen gespielt und festgestellt, dass wir eigentlich keinen Gesang brauchen.

Würdest Du sagen, dass es schwieriger ist, sich eine Fanbase aufzubauen, wenn man vom klassischen Band-Bild weggeht?

Ja und nein. Es gibt eine große Community, die nur Postrock hört und total darauf abfährt. Neue Fans zu gewinnen ist etwas schwieriger. Was ich aber in letzter Zeit mitbekommen habe, ist, dass sich unsere Musik perfekt zum Lernen oder Autofahren eignet, eben gerade weil kein Gesang dabei ist.

Mal ganz ehrlich: Habt Ihr in den letzte Jahren nicht wenigstens kurz daran gedacht, eventuell Gesang in Eure Songs einzubauen?

Ja natürlich haben wir öfters daran gedacht, uns die Meinungen der Fans zu Herzen genommen und arbeiten gerade – zum Beispiel auch für die Release-Party – an ein oder zwei Songs mit Gastsängern.

Wie oft probt Ihr und wie sieht Euer Proberaum aus?

In der Regel proben wir ein bis kein Mal die Woche, aber eher einmal und in letzter Zeit natürlich verstärkt zwei bis drei Mal jede Woche. Unseren Proberaum kann man sich ganz einfach vorstellen: Eine ziemlich große Garage in Wiggensbach, die auch als Lagerfläche genutzt wird – Wir sind also eine waschechte Garagenband.

Wie sieht Euer Songwriting-Prozess aus?

Einen wirklichen Songwriting-Prozess gibt es gar nicht. Der Gitarrist oder der Bassist kommt mit einem Riff, spielt ihn vor und der Rest probiert einfach dazu. Oder wir fangen während der Bandprobe an und spielen zehn bis 15 Minuten am Stück durch, hören aufeinander und suchen uns am Ende ein paar schöne Parts heraus, aus denen wir uns etwas zusammen basteln.

Am 17. November erscheint Eure neue Platte. Was kannst Du uns schon verraten?

Den Titel: „Story of Collapsing Galaxies“ heißt sie und die Songtitel tragen astronomische Namen bestimmter Galaxien oder Nebeln. Kein Song gleicht einem anderen und jeder ist eine eigene Welt für sich. Es ist wirklich von ruhigen, bis ganz harten Parts alles vertreten und das gesamte Album ist deutlich härter geworden als das erste.

Welches Merchandise-Produkt würde am besten zu Euren Fans passen?

Wir haben ein breites Spektrum an Fans: Von Jung bis Alt und aus allen Musikrichtungen gibt es Menschen, die unsere Musik hören. Am besten wäre da wahrscheinlich tatsächlich ein Umstülp-Produkt – also einen Pullover oder ein T-Shirt, das von beiden Seiten bedruckt ist, sodass man zwei unterschiedliche Kleidungsstücke in einem vereint. Die einen möchten vielleicht lieber das Bandlogo haben, die anderen das Coverdesign und so wäre beides in einem Produkt vereint.

Was ist der Plan für die nächsten Jahre? Habt Ihr Ambitionen über die Region hinaus zu gehen und vielleicht sogar irgendwann von der Musik zu leben?

Also wir haben uns darauf geeinigt, dass es auf jeden Fall erstmal ein Hobby ist. Wir geben immer Vollgas und möchten so viel live spielen, wie es geht. Wir haben schon ein paar Connections, die bis außerhalb der Landesgrenzen reichen und wir planen eine kleine Tour, die Österreich und die Schweiz beinhalten soll. Leben werden wir von unserer Musik sicherlich niemals können, dazu ist das Genre noch zu unbekannt.

Was ist denn nun eigentlich weit hinter der Sonne?

Das darf sich jeder selber vorstellen. Es kommt ja auch darauf an, von welcher Seite aus man auf die Sonne blickt.

Albumreview:

Nach dem Interview ermöglichte uns Sebastian noch einen Einblick in ein paar der neuen Songs und wir sagen: Daumen hoch! Charakteristisch für die einzelnen Songs sind auf jeden Fall die schweren Gitarrenriffs und tragenden Drums, die in jedem Lied doch wieder anders klingen und somit für reichlich Abwechslung sorgen. Die vielen Taktwechsel lassen keine Langeweile aufkommen und verführen zum Zuhören. Ein Highlight sind auf jeden Fall die Delfingesänge in einem der Songs – wo gibt's denn sowas noch?

Termine:

17.11.2017 Künstlerhaus/Kempten (Releaseparty)
24.11.2017 Standby/Memmingen 
09.12.2017 JuZe/Freising
16.12.2017 Kempodium/Kempten

Verlosung:
Wir verlosen 2 Fanpakete mit je 1x2 Tickets für das Konzert im Künstlerhaus sowie einer neuen CD. Stichwort: "Far Behind The Sun".

 

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